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Kommunistischer Anarchismus
|Referent*in: Jonathan Eibisch|
Input und Diskussion
Ende der 1870er Jahre entstand die Tendenz des kommunistischen Anarchismus. Bis heute ist sie eine der bekanntesten Strömungen im Anarchismus. Anarch@-Kommunist*innen wollen die Gesellschaftsform insgesamt mit der Strategie der sozialen Revolution verändern, um die Verwirklichung von konkreten Utopien im Großen und ganzen zu ermöglichen. Dies beinhaltet die Vergesellschaftung der Produktionsmittel, die Schaffung von Gemeingütern, die Verbindung verschiedener Themenfelder und Gruppen. Die Lebensgrundlagen sollen für alle Menschen bedingungslos gewährleistet sein. Dies bedeutet, soziale Beziehungen und Sorge-Tätigkeiten ins Zentrum des gesellschaftlichen Zusammenlebens zu setzen. Kommunistische Anarchist*innen bilden Flügel in sozialen Bewegungen, organisieren sich in Nachbarschaften und befürworten rätedemokratische Modelle.
Darüber hinaus bleibt es umstritten, ob sie eher einem weiten und offenen (synthetischen) oder engen und fokussierten (plattformistischen) Ansatz verfolgen. Unklar ist, ob eigene anarch@-kommunistische Gruppen in den Vordergrund zu stellen sind oder der kommunistische Anarchismus nicht vielmehr als Bezugspunkt für verschiedene radikale Akteure heute dienen kann. Beinhaltet der Anarch@-Kommunismus sogar das Potenzial, über Szenekreise hinaus Relevanz zu entfalten? Oder bleibt er in diesen als radikale Quelle für Inspiration, Motivation und Orientierung?
Über abstrakte Überlegungen hinaus wollen wir auch konkreter diskutieren: Was können wir von dieser anarchistischen Tendenz lernen? Was können wir mit ihr anfangen? Was bringt sie uns für die umfassende Emanzipation? Bevor wir diese Fragen gemeinsam besprechen wird es einen Überblick über Entstehung, Grundbegriffe und bekannte Denker*innen geben.
